Die Bedeutung des Faches Ethik an unserer Schule

Die Ethik bedenkt also das Handeln aus einem Interesse des Handelns. Dieses Interesse am Handeln ist aber letztlich durch ein Interesse am Menschen selber fundiert, ein Interesse daran, dass der Mensch als Mensch leben kann.

Aristoteles (Nikomachsiche Ethik)

Der Stellenwert des Faches Ethik ist auch mit Einführung des G8 unverändert hoch. In diesem Fach soll die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung in Entscheidungs- und Handlungssituationen gefördert werden. Der Ethikunterricht strebt ein an freiheitlich demokratischen Werten orientiertes Handeln der Schüler an und will somit ihre soziale und personale Entwicklung fördern.

Die Förderung von interkultureller Kompetenz ist in unserer speziellen Schulsituation besonders wichtig und notwendig. So sind die Handlungsziele unseres Faches im Schulprogramm formuliert. Ein Punkt soll hier herausgegriffen werden: die interkulturelle Kompetenz. Dass hier Handlungsbedarf besteht muss vor dem Hintergrund zunehmender latenter Ausländerfeindlichkeit einerseits und Integrationsunfähigkeit oder - unwilligkeit andererseits wohl nicht betont werden. Die Anschläge in London zeigen, wohin im Extremfall missglückte Integration bzw. Indolenz, Arroganz oder auch Unwissenheit bezüglich der Kultur und Lebensart des jeweils anderen führen kann.

An unserer Schule leben und arbeiten Angehörige unterschiedlichster Kulturen miteinander. So kann es durchaus vorkommen, dass in einer Klasse Schüler aus über zehn unterschiedlichen Herkunftsländern sitzen - und das ist - um ein Zitat des Regierenden Bürgermeisters von Berlin umzumünzen – gut so. Denn so kommt es, dass wir eine “ausländer – und deutschfreundliche“ Schule sind, in der quasi so nebenbei interkulturelle Kompetenz internalisiert wird. Im Ethikunterricht wird das dann sozusagen versachlicht, mit Hintergrundwissen aufgefüllt und – wenn es Probleme gibt, auch diskutiert und zwar lehrplankonform.

Der neue Ethiklehrplan hebt besonders auf Vermittlung interkultureller Kompetenz ab.

So zum Beispiel in Bereichen wie Weltreligionen, Toleranzerziehung, Natur und Umwelt, Recht und Gerechtigkeit, um nur einige wenige zu nennen. Und das Schöne an diesem Fach ist, dass jederzeit die Erfahrungen der Schüler und Schülerinnen mit einbezogen werden können und so der Bezug zu den realen Lebenswelten, denen die SchülerInnen entstammen, gewährleistet ist.

An unserer Schule besuchen 44% aller Schüler und Schülerinnen den Ethikunterricht mit steigender Tendenz. Also – kein Nebenfach! Ethik ist ein Fach, das die Schüler gerne mögen und das die Lehrer gerne unterrichten.

Der zunehmenden Bedeutung des Faches wird auch dadurch Rechnung getragen, dass für dieses Fach inzwischen entsprechende Studiengänge angeboten werden, was die Professionalität in Zukunft noch etwas erhöhen wird.

Fragen Sie Ihre Kinder ruhig einmal, was sie denn so in Ethik machen und vielleicht ergibt sich dann daraus eine fruchtbare Diskussion im Familienkreis. Könnte ja nicht schaden.