Chemie - was ist das eigentlich?

Schüler bei der Überprüfung des Vitamin C-Gehalts in Brausetabeletten

Chemie ist wie die Physik und die Biologie eine exakte Naturwissenschaft. Wie diese beiden hat sie das Ziel, die in der Natur vorkommenden Erscheinungen zu erklären. Mit Natur ist all das gemeint, was der Mensch selbst nicht verändert hat.

Die Chemie befasst sich deshalb mit der in der Natur vorkommenden Materie, also den uns umgebenden Stoffen. Sie hat jedoch bereits seit ihren Anfängen noch weitere Ziele, nämlich die Herstellung von Stoffen. Insbesondere jene Stoffe, die es selten gibt, sind für den Chemiker interessant. Durch Experimente sucht er deshalb gezielt nach Herstellmethoden. Außerdem suchen Chemiker nach neuen Substanzen, deren Stoffeigenschaften man für die Technik oder die Medizin nutzen kann. Ohne Lithium-Ionen-Akkus funktioniert kein Handy und ohne Vulkanisiermittel kann ein Fahrradschlauch nicht geflickt werden. Selbst die Kaumasse von Kaugummis besteht meist aus "Kunst"-stoff.

Die Schwierigkeit der Chemie besteht nun darin, dass alle Stoffe aus sehr vielen und unvorstellbar kleinen Teilchen, den Atomen, zusammengesetzt sind. Niemand hat diese Teilchen je gesehen. Nicht einmal das beste Mikroskop erlaubt einen direkten Blick auf Atome. Alle Erklärungen in der Chemie beruhen deshalb auf Messungen und logischem Nachdenken.

Von besonderer Bedeutung sind dabei Modelle zur Veranschaulichung. Modelle zeigen jedoch nie die ganze Wirklichkeit. Ein Spielzeugauto kann beispielsweise nicht selbst fahren, obwohl es das gleiche Aussehen wie ein richtiges Auto hat. Modelle sind also nur Hilfsmittel, die einen Teil der Wirklichkeit zeigen. Beim Spielzeugauto ist es das Aussehen.