Zweites Forum N

Am Freitag den 8. November fand – nach Schul- und Unterrichtsschluss – das zweite Forum N statt. Mit Impulsreferaten, Diskussionsrunden und vielen neuen Ideen für mehr Nachhaltigkeit am Werner-von-Siemens-Gymnasium.

Valentin Thurn hat mit seinem Film „Taste the Waste“ schon vor Jahren die Diskussion um die Vernichtung von Lebensmitteln angestoßen. Passagen aus seinem Buch „Die Essensvernichter“ sind inzwischen in etlichen Schulbüchern abgedruckt. Günes Seyfert, Gründerin und Vorstand von Foodsharing München, brachte das Thema in einem Impulsreferat zum Start des zweiten Forums N an unsere Schule: Laut der Welternährungsorganisation FAO werden jedes Jahr ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen, viele bereits bei der Ernte auf dem Acker, andere im Handel und in den Supermärkten, ein großer Teil aber auch zu Hause, weil zu viel gekocht und eingekauft wurde oder das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Wir alle, so Günes Seyfert, sind letztlich gefordert, gegen diesen Wahnsinn etwas zu tun. Sie appellierte an die Teilnehmer, Geschmacks- und Geruchssinn einzusetzen und nicht das zweifelhafte Mindesthaltbarkeitsdatum zum Maßstab zu machen, wenn es darum geht, Joghurt, Käse oder Wurst auf ihre Genießbarkeit zu beurteilen.

Wie gut Lebensmittel noch sind, die vom Handel nicht mehr verkauft und weggeworfen werden, führte sie in einem Imbiss während der Pause des Forum N vor: Dort wurden Wraps mit Dip und Streichkäse serviert, die sie mit Schülern des Team N in einem Münchner Supermarkt gerettet und für die rund 40 Teilnehmer des Forums aufbereitet hatte. Dazu gab es Bananen, Trauben, Joghurt und gleich eine ganze Kiste kleiner Lebkuchenherzen. Was nicht gleich gegessen wurde, sollten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen – beispielsweise auch die 12 Großpackungen „Mittelscharfer Senf Bio“, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen war und die der Händler zum Wegwerfen deklariert hatte. Dass auch unsere Schule an diesem Punkt Handlungsbedarf hat, machte die Diskussion zu dem Thema deutlich: Jeden Tag landet das, was die Schülerinnen und Schüler nicht ordern, im Müll.

In einem zweiten Impulsbeitrag entwarfen Steffi Höbler und Larissa Borst vom Münchner Verein rehab republic ihre Vision einer nachhaltigen Welt: Wir alle müssen Lebensentwürfe finden, in denen wir glücklich und zufrieden sind, ohne immer mehr Energie und Ressourcen zu verbrauchen. Dazu will der Verein Ideen und Projekte verbreiten und sichtbar machen, die in diese Richtung gehen. Und stellten das vom Verein entwickelte Konzept „Einmal ohne bitte“ vor. Es ruft jeden einzelnen dazu auf, in Supermärkten eigene Behälter mitzubringen, auf extra Verpackungen zu verzichten und dadurch Plastik zu vermeiden.

Das zweite Forum N griff diese Impulse sofort auf. In gleich vier Arbeitsgruppen machten sich die Teilnehmer auf die Suche nach vergleichbaren Ideen, mit denen das Städtische Werner-von-Siemens-Gymnasien in Sachen Nachhaltigkeit weiter vorankommt.

Natur, Ressourcen und Müll: Die Anregungen von rehab republic spiegelten sich in etlichen Ideen wieder: Ganze Schulklassen könnten dazu in Neuperlachs Geschäften Aktionen veranstalten. Als Alternative zu Plastikbechern könnten Becher im Pfandsystem ausgegeben oder gleich essbare Becher genutzt werden. Papiermülltonnen könnten für bessere Mülltrennung sorgen und Croissants könnten auch ohne Papier ausgegeben werden. Welche Vorschläge realisiert werden können, soll jetzt weiter geprüft werden.

Mobilität und Energie: Nach dem ersten Forum N wurde eine Studie gemacht, in der untersucht wurde, wie Schüler*innen und Lehrer*innen zur Schule kommen. Das Ergebnis wurde jetzt vorgestellt: Schülerinnen und Schüler sind überwiegend zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit Öffentlichen unterwegs. Damit auch diejenigen auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen, die sich noch mit dem Auto bringen oder holen lassen, wurde der Vorschlag gemacht, schon bei der Einschreibung darauf hinzuweisen, dass das Eltern-Taxi an unserem Gymnasium nicht erwünscht ist. Weil die Umfrage aber auch offenbarte, dass Lehrer*innen hauptsächlich das Auto nehmen, schlug die Gruppe vor, danach zu fragen, was geschehen müsse, damit die Autofahrer*innen auf andere Verkehrsmittel umsteigen. Es kam in dieser Gruppe aber auch der Wunsch nach einer Fahrradwerkstatt auf und die Idee denjenigen, die noch nicht Fahrrad fahren können, Schulungen anzubieten. Sicherheitstrainings und Hinweise dazu, welche Routen sicher zur Schule führen, könnten das Mobilitätsverhalten weiter positiv beeinflussen. Von Schülerseite kam sogar der Vorschlag, anstelle des jährlichen Sponsorenlaufs ein Sponsorenradeln im Ostpark zu veranstalten.

Fairtrade: Auch bei dem Thema entwickelte die Arbeitsgruppe verschiedene Ideen, die das WSG bei voranbringen sollen. Die Stadt München beispielsweise hat das Thema „faire Beschaffung“ auf ihrer Agenda und kann der Schule helfen, Bälle für den Sportunterricht aus fairer Herstellung zu besorgen. Mit dem Fairkauf Handelskontor wurden Gespräche angeregt und nicht zuletzt die Frage gestellt, ob nicht auch der Förderverein den Kauf fairer Produkte unterstützen könnte. Hans-Peter Wanisch, der stellvertretend für deine Frau den Schulkiosk repräsentierte, versprach schließlich, mit dem Fairtrade-Siegel zertifizierte Riegel ins Sortiment zu nehmen. Die seien zwar teurer, aber vielleicht ist es den Schüler*innen etwas wert, wenn sie wissen, dass die Schokolade, die sie gerade essen, von Kleinbauern stammt, die für ihre Arbeit angemessen entlohnt wurden.

Soziales Zusammenleben: Zu einer nachhaltig ausgerichteten Schule gehört auch ein angemessener Umgang miteinander. Wie der verbessert werden kann, diskutierte ebenfalls eine eigene Arbeitsgruppe: Schüler*innen sollten mehr Möglichkeiten eröffnet werden, sich zu engagieren, stand schließlich auf dem Wunschzettel; ein „Frühstück für alle“ wurde angeregt, bei dem gerettete Lebensmittel serviert werden. Derartige Aktionen sollen die Schulgemeinschaft stärken. Und unter dem Stichwort „Generationen für Generationen“ könnten ältere Schüler*innen ihre Erfahrungen in einer Art Ideenbörse an die jüngeren weitergeben.

Ideen und Anregungen gab es auf dem zweiten Forum Nachhaltigkeit also sehr viele – und gleichermaßen viel Optimismus, einiges davon Wirklichkeit werden zu lassen.

Horst Lindner

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Mensa-Speiseplan

Montag, 2.12.219

- Würstelgulasch mit Nudeln

- gebackener Blumenkohl mit Kartoffeln und Soße

Dienstag, 3.12.2019

- Panierter Seelachs mit Kartoffelbrei und Dillsoße

- Zuccini Kartoffel Gratin

Mittwoch, 4.12.2019 -Veggie Day-

- Panierter Seelachs mit Kartoffelbrei und Dillsoße

- Zuccini Kartoffel Gratin

Donnerstag, 5.12.2019

- Nudelpfanne „Elgar“

- Kartoffeltopf

Freitag, 6.12.2019

- Nuggets mit Pommes

oder vegetarische Nuggets

 

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